Wohnen zur Miete mit Hund, Katze & Co.: Darf mein Vermieter Haustiere verbieten?

Jeder dritte Österreicher hat ein Haustier. Doch wenn du zur Miete wohnst, kann dein Hund oder deine Katze schnell zum Problem werden.
Du fragst dich, ob dein Vermieter dir Haustiere verbieten darf, ob du ihn ĂŒberhaupt um Erlaubnis fragen musst und was ein generelles Verbot im Mietvertrag fĂŒr dich bedeutet? Hier bekommst du einen Überblick darĂŒber, was wohnrechtlich erlaubt ist und was du als Haustierbesitzer in Miete beachten solltest.

Aktuelle Rechtslage: Tierhaltung in der Mietwohnung – was ist erlaubt?

Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist derzeit mehr als angespannt. Wenn dann noch Haustiere ins Spiel kommen, ist die Verunsicherung oft groß. So hat sich sicher fast jeder Haustierbesitzer in Miete schon mal die Frage gestellt „Darf mein Vermieter Haustiere verbieten?“.
Bei der Tierhaltung in Mietwohnungen gibt es verschiedene Regelungen. Hier findest du die aktuelle Rechtslage aufgeschlĂŒsselt. Weitere Infos gibt es zudem im Beitrag „Haustiere in der Mietwohnung: Was der Vermieter verbieten darf“.

Generelles Tierhalteverbot im Mietvertrag ist nicht rechtens

Zuallererst die gute Nachricht: Ein generelles Tierhalteverbot im Mietvertrag ist unwirksam! Klauseln wie „die Haustierhaltung ist nicht gestattet“ sind also nicht rechtskrĂ€ftig. Laut einer Entscheidung des Obersten Gerichtshof (OGH) ist ein solch generelles Verbot gröblich benachteiligend fĂŒr Mieter bzw. Haustierbesitzer und somit unzulĂ€ssig.

Wenn du bereits einen Mietvertrag mit einer solchen generellen Verbotsklausel unterschrieben hast, gilt diese Klausel also nicht und du darfst in deiner Wohnung durchaus Haustiere halten.

Vor allem Kleintiere wie Kaninchen, Hamster, Meerschweinchen, Zierfische, kleine Ziervögel usw., von denen keine BeeintrĂ€chtigung fĂŒr andere Mieter ausgehen, sind in jedem Fall erlaubt. Die Haltung von Kleintieren darf dir nur in einem „begrĂŒndeten Einzelfall“ verboten werden, also wenn z.B. ein direkter Nachbar eine starke Allergie gegen diese Tiere hat.

Achtung, Regel hat Ausnahmen: Diese Haustiere darf dein Vermieter trotzdem verbieten

Das Gerichtsurteil des OHG ist allerdings kein Freifahrtschein fĂŒr Haustierbesitzer. Es besagt lediglich, dass ein Vermieter nicht mehr prinzipiell alle Haustiere verbieten darf. Er darf aber trotzdem EinschrĂ€nkungen fĂŒr seine Wohnung festlegen. Beispielweise ist eine Klausel im Mietvertrag, die nur Haustiere in artgerechten BehĂ€ltnissen (wie KĂ€figen oder Aquarien) erlaubt, durchaus rechtskrĂ€ftig. Somit darf der Vermieter freilaufende Tiere wie Hunde oder Katzen, die LĂ€rm verursachen oder die Wohnung verwĂŒsten können, verbieten.

Exotische Tiere dĂŒrfen verboten werden

Wenn du exotische oder sogar giftige Tiere wie Schlangen, Spinnen oder sonstige Reptilien halten willst, dann darf dein Vermieter stÀrker eingreifen und diese Haltung komplett verbieten. Davon abgesehen ist die Haltung von exotischen Tieren in einer Mietwohnung in der Regel auch alles andere als artgerecht.

Nahaufnahme von Mann mit Bart kuschelt Katze
Das Zusammensein mit Tieren ist wunderschön. Daher solltest du als Tierhalter den Mietvertrag  immer besonders aufmerksam lesen.

Diese Regelungen gibt es in MietvertrÀgen

Du siehst also, dass dein Vermieter durchaus ein Mitspracherecht hat. Er kann den Mietvertrag hinsichtlich der Haustierhaltung auf verschiedene Arten gestalten:

Individuelle Tierhaltungs-Verbote

Verbietet dein Vermieter im Vertrag nur bestimmte Tierarten (Hunde, Katzen oder bestimmte Listenhunderassen), ist dieses Verbot wirksam. In diesem Fall darfst du die verbotenen Haustiere tatsÀchlich nicht halten. Ein generelles Haustierhalteverbot ist unwirksam (wie bereits oben erklÀrt).

Tierhaltung nur mit Erlaubnis

Viele Vermieter erlauben die Tierhaltung nach Absprache. Hierzu findest du dann Klauseln im Mietvertrag wie „Die Haltung von Haustieren ist nur mit Genehmigung des Vermieters / der Genossenschaft / der MiteigentĂŒmerschaft gestattet“.

Eine solche Klausel ist absolut zulĂ€ssig. In diesem Fall solltest du dir auf jeden Fall eine schriftliche Erlaubnis des Vermieters zur Haustiertierhaltung einholen und je nach Formulierung im Vertrag auch die Genossenschaft bzw. die anderen MiteigentĂŒmer um Erlaubnis fragen.

Hausordnung verbietet Haustiere

Wenn im Mietvertrag zur Haustierfrage keine Klausel steht, aber dafĂŒr ausdrĂŒcklich auf die geltende Regelung in der Hausordnung verwiesen wird, ist diese Regelung fĂŒr dich bindend. Ist in der Hausordnung ein Haustierverbot (z.B. fĂŒr Hunde und Katzen) festgelegt, dann musst du dich als Mieter daran halten. Auch hier gilt, dass ein Verbot von Kleintieren nicht rechtens ist und diese somit erlaubt sind.

Keine Regelung im Mietvertrag

Wenn in deinem Mietvertrag keine Klausel und kein Hinweis zur Haustierhaltung zu finden ist, kannst du davon ausgehen, dass „normale“ und gewöhnliche Haustiere, wie Katzen, Hunde und Kleintiere, erlaubt sind.

Achtung, Vermieter-Erlaubnis ist nicht bindend!

Bitte beachte, dass die Erlaubnis des Vermieters fĂŒr die Haustierhaltung nicht dauerhaft bindend ist. Dein Vermieter darf seine Erlaubnis auch zurĂŒckziehen. DafĂŒr braucht es allerdings triftige GrĂŒnde, z.B. mehrmalige Beschwerden von Nachbarn oder eine plötzlich auftretende starke Allergie.

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Wenn du zur Miete wohnst, sollte dein Hund gut alleine bleiben können und nichts zerstören.

Darf der Vermieter den Mietvertrag wegen meines Haustieres kĂŒndigen?

Hast du deinen Vermieter nicht um Erlaubnis gefragt und dir einfach ein Tier angeschafft, musst du nicht gleich eine KĂŒndigung fĂŒrchten. Auch wenn du gegen ein individuelles Tierhalteverbot in deinem Mietvertrag verstoßen hast, darf dein Vermieter dir nicht gleich kĂŒndigen.

Er darf allerdings in beiden FĂ€llen auf eine Unterlassung bestehen oder klagen. Somit kann er ein Halteverbot erwirken und auf die Entfernung des Haustieres bestehen.

Gibt es bereits ein Unterlassungsurteil und du hĂ€ltst das Tier trotzdem weiterhin in der Wohnung, kann eine Beugestrafe verhĂ€ngt werden. Ein KĂŒndigungsgrund ist dies allerdings trotzdem nicht.

KĂŒndigung bei SchĂ€den oder Störungen

KĂŒndigen darf dein Vermieter dann, wenn die Nachbarn durch das Tier gestört werden oder die Wohnung beschĂ€digt wird. Da der Schutz der Nachbarn und des Eigentums vorgeht, ist eine KĂŒndigung rechtens. Verursacht dein Tier SchĂ€den in der Wohnung, musst du diese ĂŒbrigens selbst beheben und bezahlen.

Tipp: Sei ehrlich & vermeide BeschÀdigungen und BelÀstigungen!

Als Mieter solltest du so fair sein und immer den ehrlichen Weg wĂ€hlen. Frage deinen Vermieter zuerst nett um Erlaubnis, bevor du dir ein Haustier anschaffst. Ist das Tier schon vorhanden, solltest du es am besten einmal vorstellen. So kann dein Vermieter sehen, dass du einen ganz netten und ruhigen Hund oder eine stubenreine, liebe Katze hast. Sehr viele Vermieter sind dann der Haustierhaltung gegenĂŒber nicht mehr abgeneigt und geben dir gerne ihre Erlaubnis.

Du solltest außerdem unbedingt darauf achten, dass dein Tier deine Nachbarn nicht belĂ€stigt oder gar zur Gefahr wird. Wenn dein Hund beispielsweise stundenlang bellt oder regelmĂ€ĂŸig ins Treppenhaus pinkelt, darf dein Vermieter einschreiten.

Es ist also wichtig, dass du dein Tier artgerecht hĂ€ltst, deinen Hund gut trainierst und fĂŒr ein gutes Miteinander sorgst. Dann kannst du auch als Mieter problemlos Haustiere halten.

Was steht in deinem Mietvertrag zur Haustierhaltung?
Hattest du schon mal Ärger mit deinem Vermieter deswegen?
Berichte uns gerne von deinen Erfahrungen.

Bild:

© NatashaFedorova – depositphotos.com

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