Woher bekomme ich meinen Hund? Tierschutzorganisation

Shiba Inu Hund mit Frauchen
Auch ein Hund, der vor dir bereits ein Herrchen gehabt hat, kann noch dein bester Freund werden.

Immer mehr Menschen berücksichtigen bei der Wahl des Hundes auch den Tierschutz. Denn so findet man nicht nur einen neuen Freund, sondern tut damit auch noch etwas Gutes. Die Gründe, warum ein Hund im Tierschutz landet, können dabei vielfältig sein: Mal ist der Besitzer verstorben, mal war dieser überfordert und wieder ein anderer Hund hatte vielleicht nie zuvor einen richtigen Besitzer. Was genau eine Tierschutzorganisation ist, welche Vorteile diese bietet und wo du Tierschutzorganisationen finden kannst, die Hunde abgeben, erfährst du hier:

Was genau ist eine Tierschutzorganisation?

Tierschutzorganisationen sind in der Regel Vereine, die sich auf die Rettung gewisser Tiere spezialisiert haben. Solche Vereine gibt es dabei nicht nur für Hunde, sondern für nahezu jede erdenkliche Haustierart. Dabei bestehen die Vereine oft aus einer oder mehrerer Privatpersonen, die ungewollte oder gar misshandelte Tiere bei sich aufnehmen. Auch wenn ein Haustier aus privaten Gründen – wie etwa einem Krankheitsfall – nicht mehr bei seiner Familie bleiben kann, nehmen Tierschutzorganisationen dieses auf.

Dabei soll die Tierschutzorganisation aber nur als Zwischenstation dienen. Ziel ist es, die Hunde möglichst weiterzuvermitteln und so ein endgültiges Zuhause für sie zu finden.

Tierschutzorganisationen, die Hunde vermitteln, spezialisieren sich dabei oft auf bestimmte Hunde.

Ein paar Beispiele:

  • Hunde aus Versuchslaboren
  • Hunde bestimmter Rassen
  • Hunde bestimmter Größen
  • Besonders auffällige Hunde
  • Hunde mit Behinderungen
  • Aggressive Hunde, die vor der Abgabe resozialisiert werden

Dabei muss sich eine solche Organisation natürlich nicht auf spezielle Hunde spezialisiert haben, sondern kann auch allgemein Hunde in Not aufnehmen. So zählen zum Beispiel auch Tierheime (Verlinkung zum Tierheim-Artikel) zu den Tierschutzorganisationen, wobei Tierheime in der Regel deutlich größer und organisierter sind als kleinere Vereine.

Wütender Hund in einem Stahlkäfig
Organisationen wie die Hellhound Foundation haben sich auf die Aufnahme von Hunden konzentriert, die aufgrund von aggressivem Verhalten auffällig geworden sind.

Neben den Tierschutzorganisationen, die deutsche Hunde in Not aufnehmen, gibt es auch zahlreiche Vereine, die Hunde aus dem Ausland nach Deutschland holen und hier vermitteln. Bei diesen Hunden handelt es sich dann häufig um Straßenhunde oder Hunde, die aus Tötungsstationen stammen. Hier kannst du bald nachlesen, was du über Hunde aus dem Ausland wissen solltest.

Welche Vorteile bietet der Kauf über eine Tierschutzorganisation?

Wer einen Hund aus dem Tierschutz nimmt, gibt einer Seele ein Zuhause, welche zuvor vielleicht niemals ein solches kannte. Welche Argumente für einen Hund aus dem Tierschutz sprechen:

Die Moral

Das wohl wichtigste Argument für einen Hund von einer Tierschutzorganisation ist das der Moral: Wenn du einen Hund aus dem Tierschutz nimmst, gibst du einem Tier ein Zuhause, welches sonst vielleicht nie eines gehabt hätte. Du nimmst ein Tier bei dir auf, welches woanders nicht gewollt war und vielleicht sogar Schlimmes erlebt hat. Du gibst diesem somit eine zweite Chance, ein schönes Leben zu führen. Neben einem neuen besten Freund hast du damit auch noch eine gute Tat vollbracht.

Hund streckt Kopf aus dem Autofenster
Einem Hund ein schönes Leben zu bescheren, der vielleicht sonst nie die Möglichkeit dazu gehabt hätte – einen Hund aus dem Tierschutz zu holen, ist auch eine moralische Handlung.

Der Preis

Hunde aus dem Tierschutz werden in der Regel gegen eine sogenannte Schutzgebühr abgegeben – also gegen eine Gebühr, die in erster Linie dazu dient sicherzustellen, dass der Hund nicht leichtfertig oder aus niederen Zwecken aufgenommen wird. Diese Schutzgebühr liegt dabei aber in der Regel deutlich unter dem Preis bei einem Züchter – meist zahlt man nur einige Hundert Euro.

Möchtest du für deinen Hund etwas mehr bezahlen oder den Verein bei seiner Arbeit unterstützen, kannst du natürlich zusätzlich zu der Schutzgebühr auch spenden.

Welche Nachteile bietet der Kauf über eine Tierschutzorganisation?

Doch Hunde aus dem Tierschutz bringen auch Nachteile mit sich. Welche das sind:

Zwielichtige Vereine

Leider machen sich auch unter den Tierschutzorganisationen immer mehr schwarze Schafe breit, denen es nicht um den Schutz der Tiere, sondern vielmehr um den Profit geht. Solche „Tierschützer“ behandeln die Hunde auch oftmals schlecht und nutzen sie nur als Geldmittel. Deshalb ist es wichtig eine Organisation zu finden, der du vertrauen kannst.

Hunde mit Lastern

Die Geschichte von Hunden aus dem Tierschutz ist oftmals unbekannt und viele von ihnen haben nicht nur die schönen Seiten des Lebens sehen dürfen. Demnach gibt es unter den Hunden, die vermittelt werden, auch solche, die etwas komplizierter und nicht unbedingt für jedermann geeignet sind. Über die Eigenarten der Hunde erfährst du jedoch in der Regel von der Tierschutzorganisation. Denn dieser ist es wichtiger, dass der Hund ein passendes Zuhause findet, als dass er schnell eines findet. Die Menschen, die mit solchen Hunden arbeiten, haben in der Regel viel Erfahrung und können ihre Schützlinge meist gut einschätzen. Ein kleines Restrisiko bleibt dennoch.

Nervöser Dackel auf dem Arm
Hunde aus dem Tierschutz haben zum Teil traurige Schicksale erlebt – und das hinterlässt Spuren.)

Wie erkenne ich vertrauensvolle Tierschutzorganisation?

Leider wird das gute Herz der Menschen, die sich einem Hund aus dem Tierschutz annehmen möchten, auch immer wieder von Händlern ausgenutzt. Diese bieten ihre Hunde als scheinbare Tierschutzorganisation an, obwohl diese gar nicht gerettet wurden und teils unter miserablen Umständen gehalten werden, nur um Profit zu erwirtschaften. Wann du vorsichtig sein solltest:

  • Kaum Auskünfte: Wenn der Vermittler kaum etwas über den Hund weiß und allgemein kein Interesse zu haben scheint, ist das ein schlechtes Zeichen. Ein Tierschützer wird dir immer gerne möglichst viel über den Hund deiner Wahl verraten, um sicherzugehen, dass er auch das richtige Zuhause findet.
  • Schnelle Übergabe: In der Regel besuchst du den Hund deiner Wahl einige Male, bis du ihn mit nach Hause nimmst. So merkt ihr, ob ihr zueinander passt. Will der Vermittler den Hund nur schnell loswerden, ist das kein gutes Zeichen.
  • Übergabe an eigenartigen Orten: Ein Hund wird weder am Parkplatz, noch vor einem Supermarkt übergeben, sondern in der Regel dort, wo er bis zur Abgabe gelebt hat. Eine schnelle Abgabe an einem eigenartigen Ort sollte dich misstrauisch machen.
  • Keine Transparenz: Ein guter Vermittler ist bei der Angabe von nötigen Daten offen und lässt diese auch abgleichen. Macht der Händler ominöse Angaben oder solche, die dich misstrauisch machen, solltest du von dem Kauf zurückweichen.
  • Das Internet: Google ist in diesem Fall dein Freund. Anhand von Bewertungen des Vereins kannst du die Seriosität einschätzen. Dennoch solltest du vorsichtig sein, da Bewertungen leider auch gefälscht sein können.

Wichtig ist, dass du auf dein Gefühl achtest. Scheint der Vermittler ernsthaft an dem Wohl des Hundes interessiert zu sein und gibt dir so viele Auskünfte wie möglich, ist dies ein gutes Zeichen. Auch nach der Vermittlung stehen Tierschützer den neuen Besitzern ihrer Schützlinge beratend zur Seite und freuen sich, wenn du von dem neuen Leben des Vierbeiners berichtest.

Zwei spielende Beagel im Freien
Beagle werden häufig als Laborhunde verwendet. Tierschutzorganisationen nehmen diese Hunde auf, wenn die Arbeit im Labor beendet ist und versuchen, die ehemaligen Laborhunde dann zu vermitteln.

Wo finde ich eine seriöse Tierschutzorganisation?

Tierschutzorganisationen, die Hunde vermitteln, gibt es zahlreiche. Eine eigene aktive Suche im Internet ist hier wohl die beste Möglichkeit, um deinen neuen vierbeinigen Freund zu finden. Bei der Suche kannst du dich dabei bereits spezialisieren – etwa indem du gezielt nach Laborhunden suchst oder vielleicht nach deiner Lieblingsrasse. Welche Vereine sich zum Beispiel der Rettung von Hunden in Not verpflichtet haben:

Neben der eigenen Suche findest du auch auf Seiten wie Ebay-Kleinanzeigen immer wieder Anzeigen von Tierschutzorganisationen, die über das Portal auf ihre Hunde aufmerksam machen wollen. Ein Blick auf eine solche Seite kann sich lohnen. Auch in den sozialen Netzwerken wie Facebook findest du zahlreiche Anzeigen von Tierschutzorganisationen. Hierbei solltest du aber unbedingt darauf achten, dass es sich tatsächlich um einen wohlwollenden Tierschützer und keinen Betrüger handelt.

Eine weitere Anlaufstelle für Hunde aus dem Tierschutz können Aushänge beim Tierarzt, auf einem Hundeplatz oder im Supermarkt sein. Ebenso schreiben Tierschutzorganisationen auch Anzeigen in Tageszeitungen oder Magazinen aus.

Hund mit seinem Herrschen am Strand
Auch wenn vielleicht die ein oder andere Macke da ist, bei einem Hund aus dem Tierschutz weißt du immer, dass du ein Leben schöner gemacht hast.

Fazit

Wenn du dich für einen Hund aus dem Tierschutz entscheidest, gibst du einem Vierbeiner ein neues Zuhause, der zuvor vielleicht niemals eines hatte. Dabei bekommst du eine ganz eigene Persönlichkeit, die dich von dort an ihr Leben lang begleitet – Argumente gegen den Tierschutz gibt es dabei kaum. Einzig wenn du komplett hundeunerfahren bist, kann ein Hund aus dem Tierschutz die ein oder andere Überraschung bedeuten. Hierbei beraten dich die Vereine in der Regel jedoch intensiv und bei einem guten Verein bist du auch als Hundeanfänger in guten Händen.

Hast du bereits Erfahrungen mit einem Hund aus einer Tierschutzorganisation gemacht?

Oder kennst du vielleicht noch gute Tipps, wie man einen seriösen Verein erkennt?

Hast du Fragen? Oder Anmerkungen? Wir freuen uns über jeden Kommentar.


Bildcredit: (c) leungchopan - depositphotos.com


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About Louisa 171 Articles
Ich bin als freie Journalistin tätig und freue mich sehr darüber hier über Themen rund ums Tier schreiben zu können. Seit ich denken kann beschäftige ich mich mit Tieren und hatte schon einige als Mitbewohner. Meine Leidenschaft für Tiere habe ich auch in meinem Philosophie-Studium verfolgt und mich umfassend mit dem Thema Tierethik beschäftigt.

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