Woher bekomme ich einen Hund? Der Übersichtsartikel

Beagle beim Spaziergang im Park
Die Anschaffung eines neuen Hundes sollte gut überlegt sein.

Wenn der Entschluss gefasst ist, dass ein Hund ins Haus kommt, muss erst einmal geklärt werden, woher man den Hund überhaupt holen möchte: Soll es ein reinrassiger Welpe vom Züchter sein, ein alleingelassener Hund aus dem Tierheim oder ein Mischling aus dem Auslandstierschutz? Woher du einen Hund bekommen kannst und welche Vor- und Nachteile der jeweilige Vermittler hat, erfährst du hier:

Das Tierheim

Im Tierheim landen Hunde, die hier von ihrem Besitzer abgegeben oder von einer fremden Person gefunden wurden. Hier werden sie versorgt und eingeschätzt, um sie dann an den bestmöglichen neuen Besitzer weiterzuvermitteln.

Hund gibt Pfote durch den Käfig
In Deutschlands Tierheimen warten zahlreiche Hunde auf ein neues Zuhause.

Die Vorteile

  • Die Moral: Mit einem Hund aus dem Tierheim entscheidest du dich für einen Hund aus dem Tierschutz, dem du über eine Adoption ein neues Leben ermöglichst.
  • Qualifiziertes Personal: Das Personal des Tierheims versucht immer, einen geeigneten Besitzer für die verschiedenen Hunde zu finden und beschönigt daher auch nicht. Hierbei wissen die Angestellten im Tierheim oft gut über die Tiere Bescheid und können diese einschätzen, sodass du bei deiner Wahl gut unterstützt wirst.
  • Der Preis: Die Gebühr, die du für einen Hund aus dem Tierheim zahlst, beträgt nur wenige hundert Euro.

Die Nachteile

  • Ein Hund mit Geschichte: Im Tierheim landen die unterschiedlichsten Hunde mit den unterschiedlichsten Geschichten. Einige von ihnen sind leider auch alles andere als schön, weshalb teilweise auch etwas komplizierte Hunde im Tierheim sitzen.
  • Wenige Welpen: Zwar findet man auch im Tierheim Welpen, erwachsene Hunde und Senioren sind jedoch oft in der Überzahl.

Was du noch alles über den Hundekauf im Tierheim wissen solltest, erfährst du in unserem ausführlichen Tierheim-Artikel.

Die Tierschutzorganisation

Tierschutzorganisationen nehmen Tiere bei sich auf, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr bei ihren Besitzern bleiben können oder nie Besitzer hatten. So gibt es zum Beispiel Tierschutzorganisationen, die sich auf aggressive Hunde oder Laborhunde spezialisiert haben oder solche, die sich um bestimmte Rassehunde kümmern. Diese Organisationen versuchen dann für die heimatlosen Tiere ein neues Zuhause zu finden.

Beagle spielt mit Frisbee am Strand
Beagle werden besonders häufig aus Laboren gerettet, wo sie als Versuchstiere dienten.

Die Vorteile

  • Die Moral: Wenn du einen Hund bei dir aufnimmst, der aus dem Tierschutz stammt, gibst du einem Lebewesen eine zweite Chance und hast so die Moral auf deiner Seite.
  • Der Preis: Für Hunde aus dem Tierschutz zahlst du in der Regel nur eine geringe Schutzgebühr, die meist zwischen 200 und 400 Euro liegt.

Die Nachteile

  • Mögliche Betrüger: Unter den Tierschutzvereinen gibt es leider auch einige wenige schwarze Schafe, die sich im Namen des Tierschutzes selbst bereichern möchten.
  • Unbekannte Vergangenheit: Bei Hunden aus dem Tierschutz ist die Vergangenheit nicht immer bekannt, sodass es zu Verhaltensauffälligkeiten kommen kann.

Wo du seriöse Tierschutzorganisationen findest und wie du unseriöse Betrüger erkennst, erfährst du in unserem ausführlichen Beitrag dazu.

Der Auslandstierschutz

Auslandstierschutzorganisationen kümmern sich um Hunde, die im Ausland leben und versuchen diese, an neue Besitzer nach Deutschland zu vermitteln. Bei den Hunden handelt es sich oft um Straßenhunde oder Hunde, die in Tötungsstationen auf ihr Ende warten.

Straßenhund liegt auf Bürgersteig
Bei Hunden aus dem Ausland handelt es sich oftmals um ehemalige Straßenhunde.

Die Vorteile

  • Die Moral: Übernimmst du einen Hund aus dem Auslandstierschutz, ermöglichst du einem ehemaligen Straßenhund ein neues Leben oder rettest diesen eventuell sogar vor dem sicheren Tod. Moralisch ist gegen den Hund aus dem Ausland wohl nichts einzuwenden.
  • Der Preis: Für Hunde aus dem Tierschutz zahlst du in der Regel nur eine Schutzgebühr, die meist nur wenige hundert Euro beträgt.

Die Nachteile

  • Unseriöse Vereine: Auch unter den Tierschutzvereinen im Ausland gibt es immer wieder Vereine, denen es nicht um das Wohl der Tiere, sondern um die eigene Bereicherung geht.
  • Krankheiten: Im Ausland gibt es Krankheiten, die es in Deutschland teils nicht gibt. Ein Hund aus dem Ausland kann diese einschleppen.
  • Ungewisser Charakter: Leider kann von den Tierschützern nicht immer sicher eingeschätzt werden, wie der Hund sich in seinem neuen Leben einfinden wird und ob dieser eventuell schon schlechten Erfahrungen gesammelt hat.

Woran du einen guten Verein erkennst, welche rechtlichen Bestimmungen du einhalten musst und was du sonst noch über Tierschutzvereine im Ausland wissen solltest, erfährst du in unserem Beitrag Woher bekomme ich meinen Hund? Auslandstierschutz.

Annoncen, Anzeigen und Co.

Sowohl Privatpersonen, als auch Züchter und Tierschutzvereine suchen auch über Annoncen und Anzeigen nach einem neuen Zuhause für ihren Vierbeiner. Solche Anzeigen kannst du sowohl im Internet auf Seiten wie Ebay Kleinanzeigen oder Online-Magazinen finden, aber auch als reale Aushänge in Kleintierpraxen, auf Hundeplätzen oder im Supermarkt.

Hund sitzt mit Frau auf Parkbank
Nimmst du einen Hund von einer Privatperson bei dir auf, erfährst du von dieser in der Regel viel über deinen zukünftigen neuen Freund.

Die Vorteile

  • Kein Tierheimaufenthalt nötig: Wenn du einen Hund bei dir aufnimmst, der nicht bei seinem alten Besitzer bleiben kann, ersparst du diesem möglicherweise den Weg über das Tierheim. Damit schützt du nicht nur das Tier, sondern nimmst dem Tierschutz auch Arbeit ab.
  • Die Geschichte des Hundes: Wenn du dich für einen Hund über eine Annonce entscheidest, kannst du dich mit dem alten Besitzer austauschen und die Geschichte, Eigenarten und Vorlieben des Hundes so erfragen.
  • Der Preis: Hunde aus Annoncen – solange es sich nicht um von Züchter geschaltete Annoncen handelt – sind oft relativ günstig. Dies kommt vor allem zustande, da es sich um ältere Hunde, Mischlinge oder verwaiste Hunde handelt.
  • Viele Welpen: Unter den Anzeigen findet man auch immer wieder Welpen von Hunden, die ungewollt schwanger geworden sind.

Die Nachteile

  • Unseriöse Händler: Leider muss nicht jede Geschichte, die ein vermeintlicher Hundebesitzer dir aufdeckt, auch stimmen. Denn über Annoncen versuchen auch zwielichtige Händler immer wieder, ihre Hunde unter falschem Vorwand zu verkaufen und sich so selbst zu bereichern.
  • Unehrliche Besitzer: Möglicherweise gibt es auch den ein oder anderen Besitzer, der seinen Hund loswerden möchte und bestimmte Macken oder Verhaltensauffälligkeiten deshalb bewusst verschweigt.

Was du noch über den Hundekauf über eine Anzeige wissen solltest, wie du einen seriösen Züchter erkennst und wo du solche Anzeigen finden kannst, erfährst du in unserem Beitrag rund um Annoncen und Anzeigen.

Der Züchter

Hundezüchter sind in der Regel Privatpersonen, die ihre Freizeit einer oder auch zwei Hunderassen widmen und diese züchten. Ein solcher Züchter sucht dann auf unterschiedlichen Wegen nach einem neuen Besitzer für seine Vierbeiner.

Hundemama mit ihren Welpen
Ein Hund von einem guten Züchter hat in der Regel nicht mit Vorbelastungen zu kämpfen.

Die Vorteile

  • Rassetypisch: Auch wenn eine Rassebeschreibung nicht auf jeden Hund tatsächlich zutrifft, kannst du ungefähr einschätzen, welche Eigenschaften bei deinem Rassehund vermutlich ausgeprägter sind und welche nicht.
  • Vergangenheit: Entscheidest du dich für einen Hund vom Züchter, so lernst du seine komplette Vergangenheit kennen und siehst, wie er zuvor gelebt hat. Unerwartete Überraschungen bleiben dabei meist relativ gering.
  • Welpen: Besonders wenn du einen jungen Hund möchtest, ist ein Züchter eine gute Anlaufstelle, da du hier in der Regel einen Hund im Welpenalter bekommst.

Die Nachteile

  • Unseriöse Züchter: Immer öfter versuchen unseriöse Händler Welpen aus sogenannten Welpenfabriken in Deutschland zu verkaufen. Hierbei handelt es sich um Tierquälerei.
  • Tierschutz: Wenn du dich für einen Hund vom Züchter entscheidest, entscheidest du dich gleichzeitig gegen einen aus dem Tierschutz, der möglicherweise schon lange auf einen neuen Besitzer hofft.
  • Preis: Welpen vom Züchter sind in der Regel relativ teuer.
  • Erbkrankheiten: Einige Hunderassen leiden unter Erbkrankheiten und bei anderen handelt es sich bei der Zucht bereits um Qualzucht, die nicht unterstützt werden sollte.

Was du noch über Hundezüchter wissen solltest, woran du einen guten Züchter erkennst und wo du Züchter findest, erfährst du in unserem Hundezüchter-Artikel.

Fazit

Ob Züchter, Tierschutzverein oder Privatperson – wo du deinen Hund holen möchtest, ist allein deine Entscheidung. Dieses solltest du aber nicht leichtfertig fällen, sondern dich vor dem Kauf deines Hundes genau mit den Vor- und Nachteilen beschäftigen. Zudem ist es wichtig, dass du sichergehst, dass du an einen ehrlichen Verkäufer geraten bist, um nicht am Ende Tierquälerei wie Welpenfabriken zu unterstützen. Eines ist aber sicher: Hast du einen aufrichtigen Verkäufer mit einem tollen Hund für dich gefunden, startet ein neuer Lebensabschnitt mit vielen schönen Überraschungen. 

Wo hast Du Deinen Hund gefunden?

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Bildcredit: (c) 5seconds - depositphotos.com


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About Louisa 177 Articles
Ich bin als freie Journalistin tätig und freue mich sehr darüber hier über Themen rund ums Tier schreiben zu können. Seit ich denken kann beschäftige ich mich mit Tieren und hatte schon einige als Mitbewohner. Meine Leidenschaft für Tiere habe ich auch in meinem Philosophie-Studium verfolgt und mich umfassend mit dem Thema Tierethik beschäftigt.

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