Trennungsangst der Hunde besiegen

Dem Dackelblick ist auch schon bei Welpen kaum zu widerstehen.
Welpen müssen erst lernen alleine zu bleiben.

„Als Sie weg waren, hat Ihr Hund die ganze Zeit gebellt“.

Das hört sich gar nicht gut an, schnell nachschauen, ob alles in Ordnung ist. Oh nein, der Hund hat nicht nur gebellt, sondern auch den Türrahmen zerkratzt!

Kennst du das? Das klingt nach einem klaren Fall von Trennungsangst.

Für Hundebesitzer ist es ein echtes Problem, wenn ihr Hund unter Trennungsangst leidet und viele suchen deshalb Rat bei einem Trainer.
Egal, ob du alleine oder mit Unterstützung daran arbeiten möchtest: Es ist wichtig zu verstehen, was die Gründe für die Trennungsangst der Hunde sind.

Wie entsteht Trennungsangst beim Hund?

Hunde sind soziale Lebewesen, die auf das Leben in einer Gruppe ausgerichtet sind. Das Zusammensein mit anderen Hunden – oder ihren Menschen – bietet ihnen Sicherheit und Schutz. Sie entwickeln zu ihren Sozialpartnern eine Beziehung, in diesem Fall zu dir. Wenn du deinen Hund nun alleine lässt, löst das bei ihm Stress aus. Je nach Hund von leichtem bis hin zu sehr starkem.

Vielleicht ist dein Hund noch sehr jung und kennt es nicht, alleine zu bleiben?
Vielleicht stammt er auch aus dem Tierschutz und hat vorher schon schlechte Erfahrungen gemacht?

Wenn du ihnen keine Aufgabe gibst, suchen sich Australian Shepherd und Deutscher Schäferhund eine - die dir wahrscheinlich nicht gefällt.
Manchen Hunden hilft es auch nicht zu zweit zu sein – sie müssen trotzdem lernen, ohne dich zurecht zu kommen, ohne alles zu zerstören.

Obwohl das Wort Stress nicht so schlimm klingt, stellt dieser für deinen Hund eine große Belastung dar. Der eine versucht, dich durch Winseln oder Bellen zurückzurufen. Der andere baut seine Aufregung durch das Zerbeißen von Dingen ab. Der nächste versucht dir zu folgen und kratzt deshalb an den Türen. Wieder andere rennen aufgeregt hin und her und hecheln stark, wenn du zurückkommst.

Diese Verhaltensweisen kann dein Hund nicht bewusst steuern. Dafür verantwortlich ist das autonome Nervensystem. Fest steht, dass es deinem Hund in diesen Momenten schlecht geht und er deine Hilfe braucht.

Was kann ich gegen Trennungsangst bei meinem Hund tun?

Am besten ist es, das Alleinbleiben so früh wie möglich zu üben, aber in absolut winzigen Schritten. (In diesem Artikel findest du weitere Tipps zur Welpenerziehung (Klick).) Auf gar keinen Fall solltest du mit deinem Hund schimpfen, wenn er unsauber war oder etwas zerstört hat. Strafe führt lediglich dazu, dass der Stress deines Hundes noch größer wird.

Ein häufiger Fehler ist, seinen neuen Welpen oder Hund nicht alleine lassen zu wollen. Sinnvoller ist es aber, ihm direkt zu vermitteln, dass ihm seine Menschen nicht ständig zur Verfügung stehen.

Dafür braucht er gleichbleibende Verhaltensweisen, an denen er sich orientieren kann und die ihm Sicherheit geben. Indem du so oft wie möglich gehst und wiederkommst, immer nur sehr kurz, lernt er, dass deine Abwesenheit nichts Schlimmes bedeutet. Wichtig ist, dass du unter dem Stresslevel deines Hundes bleibst und ihn keinesfalls überforderst.

Ein Welpe frisst sein Futter neben dem Napf
Wenn du deinem Hund eine Beschäftigung anbietest, während du weg bist, lenkt ihn das vom Allein-sein ab.

Dein Wiederkommen ist für ihn übrigens schon eine Belohnung. Du solltest ihm aber auch verbal mit ruhiger Stimme loben und kannst ihm auch ein winziges Leckerlie geben. Das ist aber nicht unbedingt notwendig.

Nun steigerst du in ganz kleinen Schritten die Dauer deiner Abwesenheit, aber achte darauf, keinen großen Sprünge zu machen. Schlechte Erfahrungen können euch im Training stark zurückwerfen.

In diesem Artikel findest du noch mehr Tipps, wie du deinen Hund alleine lassen kannst (klick).
Hilfreich ist aber auch das Online-Hundetraining, weil du hier in verständlichen Schritten lernst, wie du am besten trainierst.

 

Wenn dein Hund extreme Symptome zeigt und ihr keine Erfolge erzielt, kann es sinnvoll sein, dass du dich an einen Tierarzt wendest, der eine Ausbildung als Verhaltenstherapeut hat.

Auch ich habe schon so einiges mit meinen Hunden durchgestanden, bis sie das Alleinbleiben gelernt haben. Vom zerfetzen Kirschkernkissen bis hin zum zerstörten Türrahmen war alles dabei. Aber mit viel Geduld haben wir das Problem gemeinsam gelöst und ihr schafft das auch!

Wie ist das bei Dir? Leidet dein Hund unter Trennungsangst? Oder habt ihr sie schon überwunden? Wir freuen uns wie immer über jeden Kommentar und hilfreiche Tipps!

Copyright Beitragsbild: Ivonne Wierink – Fotolia.com

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Über Nima Ashoff 9 Artikel
Ich bin Nima und lebe zusammen mit zwei liebenswerten Hunde-Seniorinnen. Als ausgebildete Hundetrainerin liegt mir ein respektvoller Umgang mit unseren Vierbeiner sehr am Herzen.

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