Studie: Illegaler Welpenhandel hat drastisch zugenommen

Während der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach Haustieren stark gestiegen. Leider ist die Konsequenz, dass auch der illegale Handel mit Welpen zugenommen hat.

Das wird in einer aktuellen Studie der Vetmeduni deutlich, bei der 227 Tierärzte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden. Die Fragebogenstudie mit dem Titel „Entwicklung des illegalen Welpenhandels während der Covid-19-Pandemie“ ging dabei besonders auf gesundheitliche Probleme der Welpen sowie fehlende Impfungen ein.

Dass seit dem ersten Lockdown zunehmend Welpen behandelt werden mussten, bestätigen 73 % der befragten Veterinäre. Zudem ist die Anzahl der Hunde gestiegen, die aus dem Ausland stammen. Laut Angaben der Befragten kommen diese am häufigsten aus Rumänien, Ungarn und Bulgarien.

Bis zu 25 % der importierten Hunde sind bereits bei Einreise erkrankt oder erkranken kurz nach der Ankunft. Am häufigsten lautet dabei die Diagnose: Parvovirus. Eine Erhebung der Vetmeduni in Zusammenarbeit mit der Tierschutzombudsstelle Wien bestätigte bereits im Frühjahr 2021 ein erhöhtes Vorkommen dieser gefährlichen Infektionskrankheit.

Außerdem kam es oft vor, dass junge Hunde ohne Tollwutimpfung eingereist sind. Die Ausbreitung von Tollwut, einer für Mensch und Tier tödlichen Seuche, könnte verheerende Konsequenzen nach sich ziehen. 

Problematisch ist ebenso, dass die Welpen viel zu früh von ihrer Mutter getrennt werden. Dies begünstigt Verhaltensauffälligkeiten sowie gesundheitliche Probleme. Damit die jungen Welpen dennoch importiert werden können, werden im Heimtierausweis falsche Angaben zum Alter gemacht. 

Durch die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen schritt die Digitalisierung rasant voran. Auch der Internethandel mit Tieren nahm stark zu. Laut Tierschutzombudsstelle Wien ist die Anzahl der Google-Suchanfragen zu „Welpen kaufen“ in Österreich um 120 % gestiegen.

Viele haben folglich einfach per Mausklick einen Hund bestellt. Die Täuschung fällt den skrupellosen Vermehrer dadurch besonders leicht. Häufig werden unzutreffende Angaben zum Impfstatus oder der Abstammung gemacht oder falsche Bilder hochgeladen. 

Mit illegalem Tierhandel erzielen Anbieter bedauerlicherweise hohe Gewinne. Gründe dafür seien die unzureichenden Konsequenzen sowie die Schwierigkeit, solche Vermehrer ausfindig zu machen. Zusätzlich profitieren illegale Händler davon, dass die Bevölkerung nicht ausreichend informiert ist.

Bei Interesse an einem Hund rät die Tierschutzombudsstelle Wien zu der sogenannten WAU-Methode. Auf diese Weise kann die Hundeanschaffung vernünftig und tierschutzgerecht erfolgen. Keinesfalls sollte ein Welpe ohne Besichtigung der Zuchtstätte und Kennenlernen des Muttertieres im Internet bestellt werden.

Wissen aneignen, Angebot im Tierheim checken, Unterstützung bei der Suche von Expert:innen wie tierschutzqualifizierten Hundetrainer:innen, Haustierärzt:innen oder den lokalen Tierschutzombudsstellen einholen: Werden die einfachen Empfehlungen Schritt für Schritt befolgt, dann vermindert diese umsichtige Vorgangsweise bei der Suche nach einem Hund das Risiko, ein krankes Tier von unseriösen Händler:innen zu kaufen“

Eva Persy, Leiterin der Tierschutzombudsstelle Wien

Bild:

© DogoraSun | depositphotos

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