Der perfekte Familienhund – gibt es den?

Damit der beste Freund des Menschen auch lange dein bester Freund bleibt, solltest du auf seinen Körper und sein Verhalten achten. So können Erkrankungen frühzeitig erkannt werden.

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Hunde sind etwas Tolles. Insbesondere dann, wenn Kinder in der Familie sind. Sie fördern das soziale Miteinander und führen dazu, dass der Nachwuchs Aufgaben übernimmt. Doch nicht alle Hunde sind dazu geeignet, in eine Familie zu kommen. Vor allen Dingen dann, wenn die Kinder noch sehr klein sind. Es gibt jedoch genügend Hunderassen, die sich hervorragend benehmen und integrieren.

Welcher Hund passt zur Familie?

In der Regel ist es das Wesen und der Charakter eines Tieres, die darüber bestimmen, ob es ein Familienhund werden kann. Hierfür ist das richtige Training und vor allem eine gute Sozialisierung in den ersten Lebensmonaten eines Hundes eine Grundvoraussetzung.

Zudem spielen noch einige andere Faktoren eine große Rolle, bevor ein Hund angeschafft werden sollte. Mit solch einem Tier kommen Verantwortung, aber auch eine bestimmte Disziplin auf die Familienangehörigen zu. Der Hund muss bei Wind und Wetter an die frische Luft, und auch Urlaubsreisen sind nicht mehr ohne weiteres möglich. Darum ist es ratsam, den Kauf von einem Vierbeiner nie übers Knie zu brechen.


Ganz viele Informationen rund um und zahlreiche Überlegungen vor dem Kauf eines Hundes findest du in unserem Ratgeber:

Hund kaufen, was beachten?


Wenn du und deine Familie sich nun für einen Hund entschieden habt, solltet ihr genau überlegen, welcher Hund zu euch passt:

  • Sind die Kinder schon etwas älter und seid ihr sehr aktiv und auch viel draußen unterwegs? Dann passt ein aktiver Hund wie beispielsweise der Airedale Terrier, ein Beagle oder ein Jack Russel Terrier zu euch.
  • Sind die Kinder noch jung? Dann sollte es lieber ein gemütlicher Hund sein, dem es nichts ausmacht auch mal zurück zu stecken. Neufundländer und Berner Sennenhunde können hier geeignete Rassen sein.
  • Sind deine Kinder jetzt schon dabei, die Aktivitäten mit ihrem Hund zu planen? Dann passt eine nicht zu große und leichter zu führende Hunderasse wie der Sheltie, Cocker Spaniel, Collie oder Australian Shepherd zu euch.

Seid dabei ehrlich zu euch und mit euren Lebensumständen. Denn nur dann findet ihr auch den richtigen Hund und habt lange Spaß miteinander.

Du musst dir keine Gedanken machen, wenn deine Kinder mit deinem Golden Retriever spazieren gehen.
Seid ihr eine aktive Familie oder eher “Couchpotatoes”?

Bevor ihr euch allerdings zu sehr auf eine Rasse festlegt, bedenkt bitte: Es kommt immer auf den einzelnen Hund an! Und es gibt zahlreiche Hunde, die ihre Rassebeschreibung nicht gelesen haben.

Diese Eigenschaften sollte ein Familienhund haben

Allgemein gilt: Ratsam wäre die Anschaffung eines Hundes mit einem ruhigen Wesen, der aber doch auch nervenstark ist und einiges einstecken kann. Er sollte vom Aktivitätslevel her zum Alter und der Sportlichkeit deiner Familie passen. 

Eine Rasse, die einen starken Jagdtrieb entwickelt, ist eher ungeeignet als Familienhund. Denn nicht nur ist ein ausgeprägter Jagdtrieb nur schwer trainierbar, auch ist ein richtiger Jagdhund nur ausgelastet, wenn er jagdlich geführt wird. Passiert dies nicht, kann der unausgelastete Hund unerwünschte Alternativhandlungen zeigen wie ständiges Bellen, Herumkauen auf Schuhen oder Ähnliches.

Ebenso sind Rassen bzw. Hunde mit einem ausgeprägten Wach- und Schutztrieb keine geeigneten Familienhunde. Ja, jeder wünscht sich, dass das Kind einen hündischen Beschützer hat. Aber es freut sich doch niemand mehr, wenn der Vierbeiner auch niemanden aus der Familie mehr an den Kinderwagen lässt oder beim wilden Spiel das Kind vor seinen Freunden beschützen will.

Genauso wenig glücklich werdet ihr mit sensiblen oder sehr reaktiven Hunderassen wie dem Afghanischen Windhund oder Chihuahua, wenn es regelmäßig laut und leicht chaotisch bei euch zugeht.

Ein geduckter, verängstigter Chihuahua vor weißem Hintergrund.
Ein nervöses Tier ist als Familienhund eher ungeeignet.

Experten schlagen in der Regel einen Retriever vor, weil dieser der ideale Familienhund sein kann. Dieser Schuss kann jedoch leicht nach hinten losgehen, denn hier kommt es auf die Zuchtlinie an. Ein Labrador Retriever aus einer Arbeitslinie braucht in der Regel eine regelmäßige Aufgabe, die eine Familie mit kleinen Kindern leicht überfordern könnte. Im Vorfeld sollte also ein Gespräch mit dem jeweiligen Züchter stattfinden.

Soll der Hund aus einem Tierheim kommen, ist anzuraten, des Öfteren mit dem ausgewählten Tier spazieren zu gehen, um den Hund genau kennenzulernen. Bist du selber unsicher, such dir einen Hundetrainer deines Vertrauens, der dich begleitet und berät. Gerade bei Familienhunden ist es wichtig, sich nicht von Äußerlichkeiten oder Mitleid verleiten zu lassen. Von einer gut überlegten Entscheidung haben die Familie und der Hund viel mehr.

Diese Hunderassen kommen in Frage

Wie bereits oben erwähnt, kommt es sehr stark auf das jeweilige Tier, seine Sozialisierung und ein ausreichendes Training an, um ein perfekter Familienhund zu sein. Die hier aufgeführten Rassen sind aufgrund ihrer allgemeinen Rassestandards in die Listen aufgenommen worden. Da es viele Hunde gibt, die ihre Rassebeschreibungen nicht gelesen haben, sollte also auch hier immer eine fachlich kompetente Beurteilung des einzelnen Vierbeiners erfolgen.

Für Kinder sind Yorkies nur bedingt geeignet, denn sie mögen es nicht als Spielzeug benutzt zu werden und machen dies sehr deutlich!
Für Kinder sind Yorkies nur bedingt geeignet, denn sie mögen es nicht als Spielzeug benutzt zu werden und machen dies sehr deutlich!

Familienhunde für Familien mit kleinen Kindern

Familien mit kleinen Kindern sollten sich nach einem Hund umsehen, der nervenstark ist, dem Lärm nicht viel ausmacht und der kein Höchstmaß an täglicher Auslastung durch Aufgaben und Bewegung braucht. Denn gerade bei kleinen Kindern kann der Alltag turbulent genug sein auch ohne stundenlange Beschäftigung mit dem Hund. Um der perfekte Familienhund zu sein, sollte der Vierbeiner auch mal zurück stecken können, wenn es erforderlich ist. Da wäre ein Arbeitshund sicherlich schnell unterfordert.

Eine Übersicht möglicher Rassen:

Der Affenpinscher ist ein idealer Familienhund. Er ist bestens geeignet, um in einer Wohnung gehalten zu werden. Weiterhin braucht er nur ein Minimum an Fellpflege, und auch der Auslauf hält sich in Grenzen. Dafür belohnt er seine Familie, denn er ist ein guter Wachhund. Auch nervenstarke Begleithunde wie der Mops oder die Französische Bulldogge können eine Familie mit kleinen Kindern ideal bereichern.

Ist ein Garten vorhanden, eignen sich auch große und gemütliche Rassen wie Neufundländer, Berner Sennenhunde, Bernhardiner oder Leonberger.

Alapaha Blue Blood Bulldog Welpe
Für erfahrene Hundebesitzer kann auch ein Alapaha Blue Blood Bulldog ein toller Familienhund sein.

Die nervenstarke Rassen wie Bullterrier, American Bulldog oder Alapaha Blue Blood Bulldog können bei hundeerfahrenen Eltern tolle Familienhunde abgeben, die sich auch nicht vom größten Geschrei aus der Ruhe bringen lassen. Da sie alle keine Leichgewichte sind bzw. einen ausgeprägten Schutzinstinkt mit sich bringen, sollten sie nicht in Familien mit Hundeanfängern kommen.

Familienhunde für aktive Familien mit älteren Kindern

Für Familien mit größeren Kindern, die sich zudem gerne in der Natur bewegen, gibt es eine wesentlich größere Anzahl an passenden Hunderassen. Hier steht im Vordergrund, dass der Vierbeiner nicht zu eigensinnig sondern leicht trainierbar ist, sich gerne bewegt und jagdlich nicht zu ambitioniert ist.

Übersicht über passende Hunderassen:

Der Airedale Terrier ist wie der Beagle ein toller Familienhund, der allerdings genügend Auslauf braucht. Als Stubenhocker können diese Tiere nicht bezeichnet werden. Dafür gestaltet sich die Fellpflege als einfach – und ein guter Wachhund sind sie zudem auch.

Bei richtiger Erziehung kannst du deinen Aussi auch mit deinem Kind zum Agility schicken.
Bei richtiger Erziehung kannst du deinen Aussi auch mit deinem Kind zum Agility schicken.

Auch die anderen Rassen sind sehr aktiv und sicherlich nicht damit zufrieden gelegentlich Gassi zu gehen. Sie wollen gefördert und gefordert werden. Sei es bei langen Spaziergängen oder gar Fahrradfahrten, die die Retriever und Terrier erst richtig auspowern. Sowohl Collies als auch Retriever und Dalmatiner freuen sich auch über Hundesportliche Betätigung.

Der Labrador ist friedliebend und zweifelsohne ein Tier, das sich in eine Familie einfügen kann. Die Rasse ist sehr kinderlieb, das Tier kann auch auf Fremde ohne Scheu zugehen. Andererseits ist der Labrador ungemein neugierig, aber auch hochintelligent. Allerdings darf das Tier nicht unterfordert sein. Denn dann neigt er – wie fast alle Hunde – dazu, Dummheiten zu machen.

Des Weiteren wäre der amerikanische Cockerspaniel und der Pudel zu nennen. Beide verstehen sich hervorragend mit kleinen Kindern und anderen Haustieren. Sie haben eine sanfte und fröhliche Art und sind durchaus auch für Hundeanfänger geeignet. Allerdings sollte beachtet werden, dass der Cockerspaniel, wie einige der anderen Rassen auch, durchaus einen Jagdinstinkt haben kann.

Was ein Familienhund können sollte

Was ein Hund letztendlich lernt, hängt von seinem Herrchen oder Frauchen ab. Es gibt allerdings einige grundlegende Dinge, damit das Tier eine Familie bereichern kann. Der wichtigste Punkt ist: er sollte weder für Kinder, Babys oder einem anderen Familienmitglied eine Gefahr darstellen.

Um das zu gewährleisten gilt: du solltest dein Kind niemals mit dem Hund unbeaufsichtigt spielen lassen! 

Denn du kannst (und solltest) natürlich deinem Kind die Körpersprache eures Hundes beibringen, aber die Verantwortung solltest immer du selbst übernehmen. Warum das so wichtig ist und wie du gemeinsam mit deinen Kindern Hunde verstehen und trainieren kannst, dazu hat der Canimos Verlag eine wunderbare Buchreihe herausgebracht:

VersteHen,StaUnen,TraiNieren,EntDecken: Band 1
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State of data: 21. October 2019 21:03
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Es lohnt sich außerdem, dem Facebook Account (@Canimosverlag) zu folgen, da sie dort immer wieder tolle Infografiken zur Bissprävention in Familien zeigen.

Canimos Verlag Infografik Kuss zur Distanzvergroesserung
Wichtig in der Beziehung zwischen Hund und Kind ist ein Kennen der Körpersprache: denn ein Hundekuss muss nicht zwangsläufig ein Liebesbeweis sein! (c) Canimos Verlag

Möchtest du mehr zu Regeln für ein harmonisches Miteinander zwischen Kind und Hund lesen?

Dann lege ich dir diese beiden Artikel ans Herz: 

Allgemeine Regeln für harmonische Begegnungen zwischen Kleinkindern mit Hunden 

Kind und Hund – Bissprävention


Weiterhin muss der Hund entspannen können, auch wenn es im Alltag manchmal etwas stressig zugeht. Manch ein Hund kann dies von sich aus problemlos, manch anderer muss dies trainieren.

Der perfekte Familienhund sollte auch Fremden gegenüber aufgeschlossen reagieren. Denn in den allermeisten Familien ist natürlich regelmäßig mit Besuch zu rechnen. Dabei kann es genauso wichtig sein, mit deinem Hund Entspannung auch in stressigen Situationen zu trainieren, wie auch ihm beizubringen sich aus unangenehmen Situationen zurück ziehen zu können. Kindergitter können dabei ein wunderbares Hilfsmittel sein, wie du hier nachlesen kannst: Warum jeder Hundehaushalt ein Kindergitter braucht.

Gibt es also den perfekten Familienhund?

Auch bei allen als Familienhunde angepriesenen Hunderassen handelt es sich um individuelle Lebewesen. Jeder Hund muss artgerecht gehalten, verstanden und erzogen werden, um ein harmonisches Miteinander zu ermöglichen. Pauschalisierungen sind dabei immer fehl am Platz. Viel eher geht es um ein verantwortungsvolles Miteinander.

Kleine Rassen sind nicht automatisch harmloser. Es gibt sehr kleine Rassen, die schnell zubeißen, wenn sich kleine Kinder nicht richtig verhalten. Zu den empfohlenen Hunderassen gehören unter anderem der Retriever und der Hütehund. Das ist auch richtig, jedoch nur dann, wenn sie gut erzogen wurden. Zudem sollte jeder Hund körperlich ausgelastet sein. Vor einem Kauf empfiehlt es sich deshalb gut zu überlegen, ob das neben dem Alltag zeitlich zu schaffen ist.

Das gilt ebenso für die so genannte „Listenhunde“, die meist einen ausgeprägten Schutztrieb mit sich bringen. Dieser kann, wie bereits erwähnt, zu Problemen führen. Alle Hunde, egal ob vom Züchter oder aus dem Tierheim, sollten mit Hundesachverstand betrachtet werden. Gerade bei älteren Tieren mit unbekannter Vorgeschichte weiß keiner, wie es sich in Ausnahmefällen verhält.

Wenn du all dies beachtest und dich bei der Wahl des Hundes nicht vom Gefühl oder allein von den Wünschen deiner Kinder leiten lässt, dann kann jeder Hund der perfekte Familienhund sein.

Ein liegender Hund und um ihn herum sitzen zwei Kinder und ein Mann und streicheln ihn.
Ein Hund ist eine schöne Bereicherung für die Familie.

Weiterführende Informationen und Quellen:


Bildcredit: (c) gekaskr - Fotolia.com


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About Steffi 422 Articles
Ich bin Steffi, bekennende Tiernärrin, Dosenöffner für ehemals drei Kater und aktuell zwei portugiesische Herdenschutzhunde, davon einen Junghund. Ich möchte mit meinen Beiträgen allen Tierbesitzern helfen, ihre Lieblinge noch besser zu verstehen.

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